"BDSM öffnet einen Raum, den die gewöhnliche Welt nicht bieten kann — einen sicheren Weg zu deinen tieferen Begierden.
Keine Fantasie ist an sich ‚falsch‘.
Ich bin hier, um deine erlebbar zu machen — solange sie legal sind und danach kein Krankenwagen nötig wird. "
- Lady ACP
Berlin Fetish & Sex-Positive Guide
Januar 2026
Berlin bleibt weltweit ein Referenzpunkt, wo radikale Selbstentfaltung, Hedonismus und elektronische Musik zu einer einzigartigen Clubkultur verschmelzen. Dank der Geschichte und Vielfalt der Stadt sind Fetisch- und sex-positive Räume kein Randphänomen – sie gehören zum Kern. Dieser Guide bietet dir einen klaren Überblick: was dich erwartet, wie du reinkommst und wie du sicher und stilvoll das Beste aus der Szene herausholst.
KitKatClub — Polysexuelles Labyrinth
Eine legendäre Institution, in der Techno, Kunst und Sexpositivität ineinanderfließen. Mehrere Floors, Pool, Sauna, Darkrooms, Außenbereich und striktes No-Photo-Gebot.
Regelmäßige Fixpunkte: Nachspiel (So, Day Party), Electric Monday (Mo, entspannter), SymbiotiKKA (Mi, Shows + Playspace), Unity (Do), Four Play (Fr, mit Pre-Party), CarneBall Bizarre (Sa).
Dresscode: Fetisch, kinky, kreativ, bunt. Jeans, Streetwear, weiße Sneaker = no go. Seit 2024 werden Gäste aktiv zu mehr Farben und Fantasie ermutigt – all-black ist unerwünscht.
Tür: streng und selektiv. Sei nüchtern, respektvoll und im passenden Vibe. Paare haben Vorteile; Frauen werden oft bevorzugt, um das Verhältnis auszugleichen.
Adresse: Köpenicker Str. 76, 10179 Berlin.
Insomnia — Sex-Positiv, Fetisch & Swing
Opulent, verspielt und hedonistisch. Das Programm reicht von Dance & Play über Fetisch/BDSM, Queer, Swinger bis Tantra- und Kuschelpartys.
Dresscode: Sexy – Fetisch – Elegante Abendgarderobe (je nach Event unterschiedlich). Handys müssen an der Garderobe abgegeben werden. Überwachte Play-Bereiche, Duschen und Whirlpool vorhanden.
Tür: moderat streng; ab 18 mit Ausweis, respektvolles Auftreten wichtig.
Adresse: Alt-Tempelhof 17–19, 12099 Berlin.
Lab.oratory (im Berghain) — Male-Only Fetish Realm
Roh, explizit, berüchtigt. Bekannte Formate: Lab Dance (Dance/Sex-Hybrid) sowie wechselnde Mottos.
Freitage offiziell ohne Dresscode, praktisch aber Leder, Rubber, Sports oder nackt. Straßenkleidung muss abgegeben werden. Tür schließt zu festen Zeiten – pünktlich sein! Seit 2024 gibt es gelegentlich FLINTA-Nächte (Frauen/Lesben/Inter/Nonbinary/Trans/Agender).
Tür: streng; grundsätzlich nur Männer, Ausnahmen nur bei angekündigten Specials.
Adresse: Am Wriezener Bahnhof, 10243 Berlin.
Berghain / Panorama Bar — Techno-Tempel, Queere Wurzeln
Industrieästhetik, No-Photo, Marathon-Wochenenden. Berghain = Techno pur, Panorama Bar = House, Säule = experimentell. Lab.oratory im Keller. Fetisch-Looks sind willkommen, auch wenn nicht immer Fokus.
://about blank — Community, Politik, Garten
Kollektiv geführt, queer-feministisch, mit geliebtem Sommergarten. 2025: Bau eines 240-Zimmer-Hotels nebenan bedroht die Zukunft.
Türpolitik selektiv, aber transparenter als Berghain. Dress: alternativ, nicht overdressed.
SchwuZ — Ikonischer LGBTQ+ Treffpunkt
Drei Floors, Pop, House, Drag, Community. Kein Sexclub (keine Darkrooms). Perfekt für queere Feiern ohne explizites Play.
2025: SchwuZ führte „Unlimited“-Abo (29,90 €/Monat) ein für freien Eintritt, Rabatte & Fast Lane. Gleichzeitig Insolvenzverfahren im August 2025 – ein Rettungsversuch läuft.
Salon zur Wilden Renate — Labyrinthischer Kultort (Schließt 2025)
Exzentrisch, verspielt, ein echtes Abenteuer. Offiziell angekündigt: Schließung Ende 2025. Noch laufen Abschieds-Events.
Kontext: Watergate schloss bereits Ende 2024 – Zeichen für den Druck auf die Szene.
Berlins Fetisch- und Sex-Positive-Szene folgt keinem festen Veranstaltungskalender.
Formate, Themen und selbst etablierte Reihen verändern sich laufend — pausieren, verschieben sich oder tauchen in neuer Form wieder auf. Wer versucht, die Szene über fixe Daten zu „lernen“, ist fast immer zu spät.
Stattdessen funktioniert Berlins Fetisch-Kalender über Zyklen, Rhythmen und Signale.
1. Zyklen statt Termine
Die meisten relevanten Events bewegen sich in wiederkehrenden Mustern:
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Club-Formate mit wöchentlichem oder monatlichem Rhythmus
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Saisonale Schwerpunkte (mehr Großformate im Frühling & Herbst, reduzierte Programme im Winter)
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Verdichtungen rund um große Community-Wochenenden (Leather, Folsom-adjacent, internationale Besucherströme)
Der Fokus liegt weniger auf dem Datum als auf dem Kontext.
2. Offizielle Kanäle sind wichtiger als Listings
Zuverlässige Informationen kommen primär von:
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den offiziellen Club-Websites und Newslettern
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Resident Advisor für kurzfristige Programmhinweise
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Promoter-Kanälen und Community-Ankündigungen
Line-ups und Formate können sich bis wenige Tage vorher ändern.
Das ist kein Chaos — sondern Teil der Selbstregulation der Szene.
3. Signale lesen lernen
Erfahrene Besucher orientieren sich an subtileren Hinweisen:
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Dresscode-Verschärfungen oder Lockerungen
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explizite Hinweise zu Awareness-Teams oder FLINTA-Formaten
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Sprachliche Nuancen in Ankündigungen („play-focused“, „dance-heavy“, „no-photo strict“)
Diese Signale sagen oft mehr über den Abend aus als jede Beschreibung.
4. Große Anker, fließende Details
Einige Eckpunkte bleiben stabil — etwa wiederkehrende Clubnächte oder große Community-Wochenenden.
Alles dazwischen bleibt bewusst flexibel.
Das Ziel ist nicht Planbarkeit, sondern Atmosphäre, Sicherheit und Passung.
Fazit
Berlins Fetisch-Kalender funktioniert nicht wie ein Festivalprogramm.
Er funktioniert wie ein Organismus.
Wer zuhört, beobachtet und die Rhythmen versteht, findet fast immer die richtigen Türen —
auch ohne exakte Daten.
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Türlogik — Kleine Gruppen oder solo haben bessere Chancen. Sei nüchtern, authentisch, im passenden Outfit. Keine Handys in der Schlange. Tickets ≠ Garantie.
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Dress smart & kinky — Latex, Leder, PVC, Netz, Korsett, Bodypaint, Glam = top. Streetwear = fail. KitKat will Farbe & Fantasie, nicht nur Schwarz.
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Consent & Awareness — „Nein“ heißt nein. Viele Clubs haben Awareness-Teams. Keine Fotos.
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Cash & Karte — Türen oft bar, Bars teils Karte. Beides dabeihaben.
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Transport — Öffis fahren durch, Taxis/Rideshares easy morgens.
Sex-Positivität in Berlin ist kein Motto – es ist ein Wert. Wer mit Kreativität, Respekt und Neugier kommt, dem öffnen sich die Türen. Einige Ikonen verschwinden (RIP Watergate, bald auch Renate), aber die DNA der Szene – Community, Consent, radikales Spiel – lebt weiter.
Zieh dich aus oder an, aber immer mit Haltung. Berlin erledigt den Rest.
F: Was ziehe ich im KitKatClub an?
Kreative Fetischlooks: Latex, Leder, PVC, Spitze, bunte Outfits. Jeans, Streetwear, weiße Sneaker = kein Einlass.
F: Ist Insomnia mehr Party oder Sex?
Mehr Sex-Positiv & Play: BDSM-Bereiche, Whirlpool, Swinger-Nächte. Musik aber auch vielseitig (Techno, Goa, u.a.).
F: Können Frauen ins Lab.oratory?
Grundsätzlich nein (male-only). Seit 2024 aber gelegentliche FLINTA-Nights. Immer Listings checken.
F: Welche Clubs schließen 2025?
Salon zur Wilden Renate macht Ende 2025 zu. Watergate schloss bereits Ende 2024.
F: Ist die Szene für Neulinge sicher?
Ja. Consent ist zentral, Awareness-Teams sind präsent, No-Photo wird streng durchgesetzt. Wer Respekt zeigt, ist sicher.
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KitKatClub — Offizielles Programm (kitkatclub.org)
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PORN by Pornceptual — RA Event Listing (MUENZE, Okt 2025)
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Wasteland Berlin — Offizielle Seite, Okt 2025 @ KitKatClub
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://about blank — RA News zur Hotelbedrohung
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Watergate — Mixmag-Bericht zur Schließung Ende 2024
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Salon zur Wilden Renate — DJ Mag & Mixmag, Schließung 2025
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Insomnia — Offizielle Eventseiten & RA Listings
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Lab.oratory — Programm & Venue Info
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SchwuZ — Offizielle Seiten („Unlimited“-Abo)
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SchwuZ — Insolvenzmeldung Aug 2025
Berlins fetish- und sexpositive Clubkultur basiert auf einer überschaubaren Anzahl von Orten, die den internationalen Ruf der Stadt für radikale Freiheit, ästhetische Extreme und eine kompromisslose Konsenskultur geprägt haben. Diese Clubs sind keine austauschbaren Partylocations – jeder von ihnen folgt einer eigenen Philosophie, richtet sich an ein spezifisches Publikum und etabliert klare Rituale und Grenzen.
Einige funktionieren primär als Technoclubs mit starkem erotischem Unterton, andere sind ausdrücklich für sexuelle Erkundung, Fetischpraktiken und BDSM-Dynamiken konzipiert. Türpolitik, Dresscodes und interne Regeln sind dabei keineswegs willkürlich: Sie kuratieren aktiv die Atmosphäre, schützen die Teilnehmenden und filtern gezielt jene heraus, die den Raum verstehen und respektieren.
Im Folgenden finden sich die einflussreichsten und dauerhaft relevanten Säulen der Berliner Fetischszene – Orte, die bis heute prägen, wie Begehren, Macht und Ausdruck im nächtlichen Berlin ausgehandelt werden.